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Archiv Kunst.Box

 

Die Kunst.Box ist ein temporäres Kunstprojekt von Kunst.Vorarlberg, kuratiert von Edgar Leissing. Ort: Kirchstraße 33, Bregenz

 

Maria Anwander - Work in Progress

28. August bis 23. September 2010

Maria Anwander stellt den Ort der Präsentation in den Vordergrund und erhebt die Arbeit am Objekt zur Kunst. Während der vierwöchigen Ausstellung wird die Kunstbox einmal auf den Kopf gestellt und wieder rückgebaut. Das eigentliche Ergebnis - wenn die Deckenbeleuchtung von unten nach oben strahlt und der Boden samt der umher liegenden Artefakte auf der Decke montiert ist - bildet nur eine Zwischenstation der Diversifikation. Das Performative tritt in den Vordergrund und kann alle paar Tage durch die neu arrangierten Tableaux imaginiert werden.

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Judith Saupper - Gute, alte Zeit

30. Juli bis 27. August 2010

In Bregenz thematisiert ein Objekt in der Kunst.Box, dass früher alles besser gewesen sein soll. Judith Saupper nennt ihre Installation „Gute, alte Zeit“ und markiert alleine durch den scheinbar nebensächlichen Umstand, dass sie einen Beistrich zwischen den beiden Adjektiven fallen lässt, eine semantische Spaltung, denn als fester Begriff wäre nach allgemeiner Sprachnorm dieser wegzulassen. Umso wichtiger ist seine Platzierung, demaskiert der Beistrich doch die Phrase als solche. (...)

 

Ruben Aubrecht

1. Juli - 30.Juli 2010

....zeigt auf 3 Monitoren zeitversetzt  folgende Arbeiten in einer Endlosschleife:

- Please be Patient
- Weltrekord
- Ohne Titel (Defekt)
- Fly
- I was Here
- Leisure Time
- Sale
- Ohne Titel (Flimmern)
- Dreaming of Making Good Art
- April

Ruben Aubrecht


Loading... zeigt der Bildschirm auf blauem Standard-Hintergrund an, Loading... zeigt der Bildschirm an und verspricht, in Kürze eine DVD abzuspielen, Loading... Die Endlosschleife von nicht und nicht enden wollenden Ladevorgängen im Video Please be Patient (2009) steht programmatisch für Ruben Aubrechts beharrlichen Versuch, die Grenzen des Mediums Video entlang der Grenzen des Bildschirms, auf denen es in der Regel gezeigt wird, immer wieder neu auszuloten.

In seinen Videoloops attackiert der Künstler die Idee der Black Box mit humorvoll-erhellenden Einblicken: Was könnte in diesem obskuren Apparat, in dieser technologischen Anordnung und in diesem schwarzen Raum alles vor sich gehen? Welche medialen Prozesse verstecken sich hinter diesem von Geheimnissen umwobenen und viel zitierten Sinnbild, dessen Funktionsweise und innerer Aufbau dem Laien unbekannt sind? Ist es etwa ein gelb leuchtender Gummiball (2006), der wie wild geworden vom linken zum rechten und vom oberen zum unteren Bildschirmrand springt und dadurch die Videobilder in Bewegung versetzt? Sind es die Wassertropfen, die sich an einem regnerischen Tag im April (2005) entlang der dicken Glasscheiben ihren Weg in die Freiheit bahnen oder ist es eine einsame Fliege (2004) in ihrem sterilen Gefängnis, die – vielleicht irgendwann einmal – Geschichten erzählt?

Franz Thalmair

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Rafet Jonuzi - Der Schiedsrichter erklärt der Kuh die WM-Regeln

1. Juni bis 1.Juli   2010

“wenn wir ein kinder, unsere kinder eine spielzeug kaufen , dann von unsere ansicht ist ein spielzeuge und mehr nicht aber für die kinder ist ein freund , sie spieln damit , reden mit dem spielzeuge als ob eine echte wessen ist ( und es ist eine echte wessen ins ansicht eine kind , alle kinder .... ) so mit unterscheidet die weltansicht zwischen demnn verlorenen zeit eine erwachsenen mensch und ihre vergangenen kindheit abder nicht für alle zelt diese ansicht ..... !!!!!”

Rafet Jonuzi

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Ch.Lingg: Werkzyklus Hochmut / Eitelkeit, die 7 Todsünden

1. Mai - 1. Juni 2010

Ein Haufen Eitelkeit“ in der Kunst. Die Eitelkeit ist eine Repräsentation des Selbst an den Schnittstellen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit – ein Selbstschutz?
Oder ist sie eine Form von Gestik, die vor die Innerlichkeit bzw. Äußerlichkeit gestellt wird, als imaginäre, verschobene Körpergrenze – als ein Vakuum, das nur noch Selbstgefälligkeit in sich trägt. Eine Gefälligkeit in der sich die Kunst windet und genügt. Dabei sind die Kreativität, die Sprache, die Authentizität und die Leidenschaft zu den Dingen verloren gegangen. – Ein Haufen Eitelkeit und Intoleranz, gut eingebettet im Vakuum des Seins. Mit dem Resultat, dass die Neugier, Toleranz und Akzeptanz abgelegt werden, wie ein getragenes Kleidungsstück – und es scheint der Blick in den Spiegel zu genügen. …..es wächst nicht einmal mehr Gras darüber.

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Claudia Charloitte Linder - [stok:bux'n]

5. März bis 1. April 2010

mit meiner arbeit schaffe ich eine veränderte örtliche situation.
ich füge etwas neues hinzu und lasse gleichzeitig etwas gewohntes aus dem stadtbild verschwinden.
der gewohnte blick der passanten wird für einen moment gebrochen, denn bei der kirchstrasse 33 entsteht eine leerstelle, an der die aufmerksamkeit der vorübergehenden nicht in eine auslage und dort auf ein bestimmtes [kunst]produkt gelenkt wird.
vielmehr schafft [stok:bux’n] als projektionsfläche raum für eigene assoziationen und bilder und somit über die visuelle wahrnehmung hinaus auch die möglichkeit für neue körperliche und kognitive erfahrungen.

Alois Galehr - Molo Brigantium

05. Februar - 05. März 2010

In der aktuellen Arbeit Molo Brigantium greift Alois Galehr auf ironische Art und Weise den noch nicht ganz geglückten Prozess der „Kunstfindung“ für den Bregenzer Hafen, auf.

In Anlehnung an die schwimmenden Wartehäuschen venezianischer Art kreierte er seine Installation Molo Brigantium, so der fiktive Name dieser Anlegestelle.

Eine führerlose Gondola, beladen mit einem maskierten Zwerg (für alle Fälle), treibt möglicherweise Richtung Hafen, oder auch vorbei am Schauplatz zukünftiger skulpturaler Kunst. Der Kunstbote mit geschultertem Seitenteilwürfel nimmt es gelassen hin, und schmunzelt.  

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Harald Gmeiner - 3MB - Drei Meter Baum

8. Januar - 5. Februar 2010

Datenmenge, Speicherkapazität und deren ständige Verfügbarkeit entscheiden über Wissensvorsprung, Prestige und Macht. Dieser Wettstreit erzeugt die enorme Beschleunigung und Informationsflut. Resultat ist die Virtualisierung von Inhalt und Materie.

3MB - Drei Meter Baum unterstützt die Devirtualisierung und macht das Wissen, welches für eine friedvolle Entwicklung nötig ist, zugänglich.

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Oliver Bischof - A Ω

04. Dezember 2009 - 08. Januar 2010

Was da kommt im Advent, das ist INRI.

Um dem gesteigerte Konsumverhalten etwas Hektik zu nehmen, 
wurde die blinde Backwut auf die Spitze gedacht.

Die Basis der kommenden Feiertage bildet ein im selbstvergessenen Konsumrausch ausgeblendetes Martyrium, das im Osterfest seinen Ausdruck findet.
Mit dem überraschenden auftreten der Inschrift INRI ( übersetzt: Jesus von Nazareth König der Juden) auf weihnachtlichem Gebäck soll der Gesamtkontext des Advents zurückgeholt werden.

Dieser Gedankensprung in eine Reduktion auf die Fundamente der bevorstehenden Festtage ist Inhalt der weihnachtlichen Installation A Ω.

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Hermann Präg - "Bilder decken unsere Welt zu"

06.November. - 04. Dezember 2009

Seit Urzeiten war der Mensch bestrebt, sich ein Bild von der Welt zu machen. Gerade weil sie ihm zu komplex erschien, wollte er sie durch Bilder bannen. Der Mensch konnte bestenfalls nur einzelne Aspekte der Welt wiedergeben. Dennoch waren sie Abbilder, da ihnen eine gewisse Realität als Vorbild diente. Maschinen haben die Bildproduktion schließlich enorm beschleunigt. Der Mensch ist es gewohnt, die meisten Bilder immer noch als Abbilder wahrzunehmen. Die Dominanz der Bilder führt allerdings zu Loslösung vom Abgebildeten. Die Folge ist eine Entmaterialisierung, eine Verwandlung der Welt in immaterielle Bilder. In einer industrialisierten Bildproduktion bestimmt der Konsument, welche Bilder produziert werden.  Durch seine bedarfsorientierte Auswahl von Bildern wird die Sicht auf die Welt subjektiviert. Es besteht die Gefahr, dass aus einem Weltbild ein Wunschbild entsteht.

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Bettina Bohne - "ge-NORM-te INDIVIDUALITÄT"

09. Oktober bis 06. November 2009

In allen Gesellschaften ist soziales Zusammenleben bestimmt durch Normen,
im Gegensatz dazu steht das menschlichen Bedürfnis nach Entfaltung der
eigenen Individuation;
Individuelle Form ermöglichen oder genormte Individualität fördern - wird zum
Gradmesser und Entwicklungspotential eines demokratischen, freien Gemeinwesens.

Bist Du in der NORM?
Lebst Du Deine Individualität?

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Kunst.Vorarlberg - "Übergangslyrik"

9. September bis 9. Oktober 2009

Konzept: Evelyne M. Fricker / Ch. Lingg
Zollhaus: raumhochrosen
Fotos: Roswitha Buhmann, Harald Gfader, Georg Vith

Brückenfest / Wiesenrainbrücke / Grenzübergang Widnau 2008

Kunst.Vorarlberg hatte sich mit einer Kunstaktion daran beteiligt. Grenze – Zoll – Kontrolle. Was führen wir mit uns mit, das keiner Kontrolle und keinem Zoll unterliegt? –  Es sind die Gedanken bzw. das Denken als individueller, persönlicher und intimer Besitz jedes Einzelnen. Dies ins Bewusstsein der  Passanten zu rufen, war der Grundgedanke dieser Kunstaktion. Das  Zollhäuschen fungierte als Gedankendepot – die Passanten wurden aufgefordert beim Passieren der Grenze  einen Gedanken abzugeben und diesen lesbar zu hinterlassen. So kamen über 650 Gedanken zusammen.

Mit der Installation „Übergangslyrik“ in der Kunst.box wird diese Kunstaktion nochmals aufgegriffen. Es sind gedankliche Übergänge zwischen der Routine des Vertrauten und dem Eintauchen ins Fremde – oder umgekehrt. Alltagsgedanken – laut, leise, gebündelt, banal. 

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Tobias Maximilian Schnell - "Leben lassen"

9. August bis 7. September 2009

Der Vorarlberger Künstler Tobias Maximilian Schnell (*1974) stellt sich mit seiner Installation LEBEN LASSEN zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit. Er arbeitet oft konzeptionell mit Worten, die aufgenommen, auf unterschiedliche Weise transformiert und in die Welt zurück geschickt werden.

In dieser Arbeit geht es ihm darum, einen kleinen Ausschnitt der Welt darzustellen. Scheinbar ist unser Leben das Wichtigste, aber offensichtlich nur ein Teil eines großen Ganzen. Das Ende ist kein Ende und vor dem Anfang stehen noch viele Dinge. Der Titel spielt mit den Begriffen Leben und Tod, die näher beisammen sind als oft gedacht. Das LEBEN LASSEN zu müssen heißt sterben, man kann entgegengesetzt aber auch einem Lebewesen sein LEBEN LASSEN, was sein Weiterleben bedeutet. Leben steht für Freiheit, Tod scheinbar für unwiderrufliches Ende.

Dem natürlichen Lauf die Chance geben - der Natur ihren Raum geben - ihre Gewalt akzeptieren und damit leben.

Genau an diesem Punkt setzt das Konzept an. Natur wird in den scheinbar leblosen städtischen Raum geholt, unwirtlich durch seine FastSonnenFreiheit. Aufgezeigt wird eine vierwöchige Wandlung zwischen dem „vor dem Anfang“ und dem „nach dem Ende“. Die Installation ist einem ständigen Wandel unterworfen und erreicht nie einen gewünschten Endpunkt, der Prozess, die Wandlung selbst, steht im Vordergrund. Man ist eingeladen, die Kunst.Box mehrmals zu besuchen um jedes Mal einen neuen Eindruck oder Einblick zu erhalten.

Text: T.M. Schnell

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Gertrude Neusser-Schopf - "Karatwanderung"

..Juli bis 7. August 2009

Wuchtig, üppig, offensiv – Schmuck auf die Spitze getrieben
Diese Installation kommt einem Ausbruch gleich.
Einem Ausbruch aus meiner Arbeit als Goldschmiedin,
wo der Millimeter als Maßeinheit kaum reicht,
die Hand sich passgenauer Arbeit unterwirft.
Was sonst dezent, unspektakulär, klassisch-traditionell gedacht wird...
... darf nun überdimensioniert, opulent, geradezu aufdringlich werden.
Schmuck als grenzenloses, sinnliches Unterfangen:
Wer will, kann die mit farbigen Flüssigkeiten gefüllten Farbadern,
meine „color vanes“, aufstechen und sich darauf einlassen,
welches Farbspiel auf der Kleidung, auf dem Körper entsteht.

Text: G. Neusser-Schopf

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